GM-Tochter Chevrolet zieht sich ab 2016 aus Europa zurück

Die GM-Tochter Chevrolet zieht sich ab 2016 weitgehend vom europäischen Markt zurück. Nur noch wenige Modelle, wie beispielsweise die Corvette, sollen ab diesem Zeitpunkt als Neuwagen in Europa verfügbar sein. In den GUS-Staaten bleiben darüber hinaus voraussichtlich die Kleinwagen im Handel. Für Chevrolet-Fans und Kunden sind das keine guten Nachrichten, Hersteller Opel dürfte der Rückzug des Konkurrenten aus dem eigenen Konzern hingegen in die Karten spielen. Schließlich bahnen sich die Rüsselsheimer gerade den Weg heraus aus einer großen Krise.

Chevrolet Spark - ab 2016 soll der Kleinwagen nicht mehr in Deutschland erhältlich sein

Chevrolet Spark – ab 2016 soll der Kleinwagen nicht mehr in Deutschland erhältlich sein

Konsequenzen für Chevrolet-Kunden

Was aber bedeutet der Rückzug für jetzige Chevrolet-Fahrer in Westeuropa hinsichtlich Garantie, Ersatzteilen und Reparaturen? Wenn die ersten Informationen korrekt sind, will der Hersteller die Erfüllung aller Ansprüche und die Versorgung mit Ersatzteilen mindestens bis ins Jahr 2025 gewährleisten. Wie gut das klappt, bleibt abzuwarten. Fest steht: die Modelle Chevrolet Aveo, Camaro, Captiva, Cruze, Malibu, Orlando, Trax und Spark werden künftig nicht mehr in den deutschen Autohäusern stehen. Der Kleinwagen Spark ist vor allem bei Frauen sehr beliebt.

Chevrolet Aveo

Chevrolet Aveo

Warum zieht sich Chevrolet zurück?

Die Gründe für den Rückzug der GM-Tochter sind recht simpel: Die Billigpreis-Politik funktioniert nicht mehr und Chevrolet verkauft ganz einfach zu wenige Fahrzeuge. „Wenn wir nach vorne schauen, sehen wir, dass es für Chevrolet Europa sehr schwer werden würde“, erklärte Chevrolets Europa-Chef Thomas Sedran. In den ersten 10 Monaten des Jahres 2013 musste der Hersteller im Vergleich zum Vorjahr offenbar einen Rückgang der Neuzulassungszahlen um etwa 17 Prozent hinnehmen. Der Marktanteil von Chevrolet in Westeuropa liegt gerade mal bei 1 Prozent. Im Vegleich dazu: Opel schafft es – trotz Krise – immerhin auf etwa 6 Prozent.

Risiken & Chancen für Opel

Die Rüsselsheimer müssen sich nun darauf einstellen, dass keine Chevrolet-Fahrzeuge in ihren Werken vom Band laufen werden. Angesichts der bereits zu geringen Auslastung der Werke scheint das zunächst ein Schock zu sein. Allerdings dürfte Opel auch seine Chance wittern, denn Astra, Corsa, Insignia und Mokka verlieren Konkurrenten. Das könnte sich positiv auf Verkauf und Produktionsumfang auswirken. GM plant derweil, Cadillac auf dem europäischen Markt zu etablieren. Opel dürfte das nicht tangieren, denn Cadillac gehört zu den Premiummarken und wäre demnach als Konkurrenz für Audi, BMW und Mercedes einzustufen.
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